Eclipse

Icon der Eclipse IDE

Tja, die bekannte Entwicklungsumgebung Eclipse ist inzwischen bei Version 4.7 “Oxygen” angekommen, und Debian/Ubuntu hängen immer, immer, immer noch bei Version 3.8 fest. Zwar nimmt niemand die Mühe auf sich, ein aktuelles deb-Paket für Eclipse zu schnüren, aber es gibt ein Snap-Paket – Snap ist bekanntlich Ubuntus hauseigenes Paket-Container-Format.

Mehrere Benutzer

Natürlich lässt sich die Software auch direkt auf der Projektseite der Eclipse-Stiftung herunterladen. Das geht zwar nicht ganz so einfach wie mit einem Snap-Befehl, hat aber Vorteile. So zeichnet sich Eclipse traditionell durch eine schlechte Unterstützung von Mehrbenutzer-Setups aus; standardmäßig wird das Programm immer nur für den Benutzer eingerichtet, der es auch installiert. Hier kann man bei einer “händischen” Eclipse-Installation ein wenig Abhilfe schaffen, wobei das Kernproblem bleibt, das Eclipse seine Konfiguration einschließlich Plugins ins Installationsverzeichnis schreiben möchte und nicht pro Nutzer ablegt. Mehr Informationen liefert die Hilfeseite Eclipse multi-user installs.

Programm-Pakete

Bei der Gelegenheit lässt sich in einem Rutsch gleich die Umgebung für die gewünschte Programmiersprache beziehen (kann später aber auch noch nachinstalliert werden). So gibt es Installations-Pakete (der Begriff “Pakete” wird auch von Eclipse verwendet, er hat aber nichts mit deb-Paketen zu tun) für Java, C/C++ und andere Sprachen. PHP-Entwickler holen sich Eclipse mit den PHP Development Tools (PDT). Da Eclipse unter Java ausgeführt wird, gilt es natürlich, zuvor die passende Java-Runtime zu installieren.

Installation

Wer sich das gewünschte Eclipse-Paket für Linux (zur Auswahl stehen 32 und 64 Bit) heruntergeladen hat, kann es beispielweise in seinem Home-Verzeichnis entpacken; das Archiv enthält einen Ordner namens eclipse mit einer Datei eclipse/eclipse – dies ist die auszuführende Programmdatei. Ordnungsliebende Menschen verschieben das gesamte Programmverzeichnis nach /opt …

sudo mv ~/eclipse /opt

… wobei es weiterhin dem eigenen User gehören sollte; Eclipse schreibt nämlich so oder so persönliche Einstellungen ins Programmverzeichnis. Schließlich kann man noch einen Starter anlegen (der verlinkte Beitrag bezieht sich zwar auf Eclipse unter Xfce, trifft aber auch für andere Desktops zu).

Der Eclipse-Installer erledigt diese Schritte Dialog-basiert, jedoch lässt sich /opt als Installtionsverzeichnis nur wählen, wenn er nach dem Entpacken des Archivs mit Root-Rechten gestartet wird:

tar xpzf eclipse-inst-linux64.tar.gz
./eclipse-installer/eclipse-inst

Ohne “sudo” wird Eclipse ins eigene Home-Verzeichnis installiert. Sind Sie der einzige Benutzer, der Eclipse startet, dann ist das okay. Mit “sudo” kann man zwar opt/ anwählen, aber Eclipse lässt sich nur mit Root-Rechten starten. Abhilfe schafft man, indem man im Installer zusätzlich den Speicherort für die Konfigurationsdatei von root/eclipse/.p2/pool auf opt/eclipse/.p2/pool ändert.

Für die Snap-Version von Eclipse genügt ein Einzeiler:

sudo snap install eclipse --classic

Alternativen

An IDEs herrscht kein Mangel. Modern und nicht so dickleibig wie Eclipse ist der mit IDE-Features erweiterbare Editor Atom. Ähnlich mächtig und wie Eclipse ein Java-Programm ist Netbeans. KDE schickt mit KDevelope seine eigene IDE ins Rennen. Für GTK gibt es Geany.