Owncloud-/Nextcloud-Clients

Logos von Owncloud, Affero GPL, und Nextcloud, Affero GPL

Owncloud – oder seine Abspaltung Nextcloud – ist die Dropbox-Alternative für eine private Cloud. Die Daten landen also nicht bei einem kommerziellen Anbieter aus den USA, sondern auf einem eigenen Server; dort muss natürlich die Software von Owncloud oder Nextcloud laufen. Wer diese nicht selbst hosten und installieren möchte  – manchmal wünscht man sich zur Administration ein Gebetbuch – und wer keine hilfreichen Bekannten hat, die dies übernehmen, kann auch zu einem Anbieter seines Vertrauens gehen und dort eine Instanz mieten.

Um Daten mit diesem Server zu synchronisieren, wird ein Client-Programm benötigt. Clients gibt es für nahezu alle erdenklichen Plattformen vom Smartphone bis zum PC – natürlich auch für Linux. Beim ersten Start erfragt der Client die Verbindungs-Parameter zum Server. Nach dem Dropbox-Prinzip wird ein Ordner festgelegt, dessen Inhalte ständig synchonisiert werden sollen. Nach erfolgreicher Verbindungsaufnahme werden die Inhalte dieses Ordners auf dem eigenen PC oder Notebook automatisch mit dem Server synchronisiert – und von dort aus mit weiteren Clients, so dass man auf all seinen Geräten den gleichen Datenstand wahren kann.

Wozu soll man nun greifen – zu Owncloud oder Nextcloud? Während beide Systeme dieselbe Code-Basis teilen, haben sie sich ihrer Ausrichtung nach immer stärker voneinander entfernt, seit Owncloud-Gründer Frank Karlitschek 2016 mit weiteren Entwicklern Owncloud verließ, um seine nächste Cloud zur gründen. Nextcloud ist heute nicht „nur“ eine Lösung zum Speichern, Synchronisieren und Teilen von Dateien, sondern bringt auch Apps zur Kollaboration und Kommunkation wie die Videotelefonie-Lösung Nextcloud Talk mit. Die stetige Fortentwicklung von Nextcloud schlägt sich in einer höheren Upgrade-Frequenz nieder. Manche Admins klagen deshalb über eine „Featuritis“ bei Nextcloud, aber es ist klar, dass Nextcloud der Schrittmacher ist, der Owncloud hinter sich lässt.

In Sachen Lizenzpolitik ist Nextcloud liberaler. Der gesamte Code ist frei. Nur der kommerzielle Service ist kostenpflichtig und kommt in erster Linie für Großkunden in Frage. Auch Owncloud verdient Geld mit Unternehmenskunden-Service; hier sind allerdings auch einzelne Programm-Features kostenpflichtig. Wer selbst hostet und kein Geld ausgeben will, ist deshalb besser mit Nextcloud beraten.

Speicherort und Backup

Die Clients speichern im Verzeichnis /home/$USER/.local/share/data/ persönliche Konfigurationsdaten. Stellt man den Ordner aus einem Backup auf einem neu aufgesetzten Rechner wieder her und startet den Client danach zum ersten Mal, so wird lediglich das Passwort abgefragt und danach die Verbindung zum Server wieder hergestellt.

Installation

Owncloud und inzwischen auch Nextcloud finden sich im Universe von Ubuntu, werden also nicht direkt von Canonical unterstützt, können aber einfach installiert werden. Um mit der Entwicklung Schritt zu halten, kann man aber auch zu den stets aktualisierten Paketquellen der Entwickler greifen.

Besonders einfach ist macht es einem Nextcloud dank eines eigenen Ubuntu PPA:

sudo add-apt-repository ppa:nextcloud-devs/client
sudo apt update && sudo apt install nextcloud-desktop

Owncloud-Pakete für diverse Linux-Distributionen – darunter auch Debian und Ubuntu – bekommt man über software.opensuse.org – entweder als direkter Download oder besser über eine Paketquelle, die einmalig hinzugefügt werden muss und dann mit den System-Updates aktualisiert wird:

echo 'deb http://download.opensuse.org/repositories/isv:/ownCloud:/desktop/Ubuntu_19.10/ /' | sudo tee /etc/apt/sources.list.d/isv:ownCloud:desktop.list
sudo wget -nv https://download.opensuse.org/repositories/isv:ownCloud:desktop/Ubuntu_19.10/Release.key -O "/etc/apt/trusted.gpg.d/isv:ownCloud:desktop.asc"
sudo apt update
sudo apt install owncloud-client