Audacity

Logo für Audacity, GPL 2

Audacity, zu Deutsch Kühnheit, ist ein Klassiker für die Audio-Bearbeitung. Das Programm ist nicht nur für Linux, sondern auch für OS-X und Windows verfügbar. Es eignet sich ebenso für das Anfertigen von Rundfunk-Beiträgen wie für Podcasts. Aber auch Musikaufnahmen sind möglich, wobei Audacity nicht mit spezialisierter Musik-Software mithalten kann und will.

Aufnahmen landen direkt auf der Harddisk. Die Zahl der Spuren, die Audacity aufnehmen kann, ist prinzipiell nur durch die Hardware limitiert. Die Ausgabe ist hingegen auf zwei Kanäle begrenzt.

Auch Editier-Vorgänge lassen sich unlimitiert rückgängig machen. Den Inhalt einer Spur zeigt Audacity entweder als Wellenform – wahlweise auf einer linearen oder einer Dezibel-Skala – oder als Spektrogramm.

Für das Post-Processing bringt Audacity Filter (zur Restaurierung von Aufnahmen) und Effekte mit, wobei über die Schnittstellen LADSPA und VST Effekt-Plugins eingeschleift werden können und mit Nyquist eigene Effekte programmiert werden können.

Die (nur englischsprachige) Dokumentation von Audacity ist umfangreich und immer up-to-date. Das ist keine Selbstverständlichkeit bei Open-Source-Projekten.

Versions-Sprung nach vorne

Das Licht der Welt erblickte Audacity im Jahr 2010. Das Schicksal mancher “Klassiker”, irgendwann als Projekt einzuschlafen, hat die Open-Source-Software nicht ereilt. Im Gegenteil. Ende 2017 machte Audacity mit der Veröffentlichung der Version 2.2 einen Sprung nach vorne.

Sichtbarstes Update: Neue Themes (“Light”, “Dark”, “High Contrast”) mit einer moderneren Anmutung, wenngleich das Programm immer noch etwas angestaubt wirkt. Eine Umorganisation der Menüs soll die Klickstrecke zu den wichtigen Elemente verkürzen, sorgt aber auch dafür, dass altgediente Nutzer umlernen müssen. Außerdem kann Audacity nun auch MIDI-Dateien wiedergeben – unter Linux ist für die Tonerzeugung allerdings noch ein Software-Synthesizer notwendig.

Installation

Audacity befindet sich natürlich im Ubuntu-Software-Archiv, allerdings nur im Universe Repository, wird also nicht dauerhaft von Ubuntu-Entwicklern gepflegt:

sudo apt install audacity

Dies installiert auch alle Abhängigkeiten einschließlich der Bibliotheken für die Audio-(De-) Kodierung; unter anderem werden Lame für MP3 und FFMpeg bzw. libavcodec für diverse proprietäre Codecs genutzt.

Ubuntu 18.04 kommt mit einer schon bei Erscheinen nicht mehr ganz frische Version. Wer darauf Wert legt, kann sich ein PPA einrichten:

sudo add-apt-repository ppa:ubuntuhandbook1/audacity
sudo apt-get update

Alternativen

KDE bringt mit KWave einen einfachen Sound-Editor mit. Gnome hat – abgesehen vom primitiven Sound Recorder – nichts zu bieten. Für professionelle Zwecke einer Digital Audio Workstation (DAW) ist Ardour bei Open-Source-Software seit Jahren erste Wahl.