Cinnamon

Icon für Cinnamon; Screenshot von developer.linuxmint.com

Cinnamon ist ein kompletter Desktop, der unter dem Dach von Linux Mint entwickelt wird. Cinnamon begann im Jahr 2011 als Erweiterung von Gnome 3 mit dem Ziel, einen traditionellen Desktop mit Panels und Applets in zeitgemäßer Form bereitzustellen. Da Erweiterungen alleine nicht ausreichten, um die Gnome Shell nach dem Geschmack von Mint-Mastermind “Clem” Lefebvre und seiner Mitstreiter aufzubohren, wurde daraus schnell ein regelrechter Fork von Kernkomponenten wie dem Fenster-Manager Muffin (bei Gnome: Mutter), dem Display-Manager MDM (GDM) oder dem Datei-Manager Nemo (Nautilus).

Ob das aufwändige Forken tatsächlich der Königsweg ist, darüber lässt sich trefflich streiten. Jedenfalls benötigt Mint kein installiertes Gnome 3 mehr, um zu funktionieren,  und hat sich – wenngleich wie Gnome auf den Grafik-Toolkit GTK3 aufsetztend, in eine eigene Richtung entwickelt, die zahlreiche Anhänger gefunden hat. Für Cinnamon spricht die gute Konfigurierbarkeit des Desktops, wobei sich die Position des oder der Panels frei wählen lässt. Applets und Themes lassen sich direkt herunterladen und installieren.

Der “Zimt”-Desktop ist nicht nur für Mint, sondern auch für andere Distributionen verfügbar, so etwa in Arch und als Fedora-Sprin. Iin Ubuntus Paketquellen ist Cinnamon ebenfalls enthalten; jedoch existiert kein fertig distribuierter Cinnamon-“Flavour”, so dass mensch Cinnamon immer nachinstallieren muss. Warum aber sollte jemand das tun, anstatt direkt zu Mint zu greifen? Nun, da Linux Mint selbst von Ubuntu abstammt und auch die Paketquellen von dessen LTS-Ausgabe nutzt, spricht einiges dafür, sich gleich “upstream” zu bedienen, zumal Mint als komplette Distribution weniger interessant erscheint als ihr Standard-Desktop – es sei denn, es wird Wert gelegt auf Mints eigenen Software-Manager oder die beiliegenden Backup-Werkzeuge.

Installation

Die Ubuntu-Paketquellen liefern Cinnamon in der Version 3.6.7 aus und sind damit auf dem gleichen Stand wie das Ende November 2017 erschienene Linux Mint 18.3. Es genügt ein einfaches

sudo apt install cinnamon

um den Cinnamon-Desktop zu installieren.

Um neuere Versionen zu erhalten – Mint veröffentlicht wenige Monate nach Erscheinen einer Ubuntu-LTS-Ausgabe eine neue Version seiner eigenen Distribution sowie im nachfolgenden Zwei-Jahres-Rhytmus wie auch Ubuntu drei Updates -, empfiehlt sich die Nutzung eines PPAs, das nach eigener Angabe “inoffizielle (aber wohl so gut wie offizielle) Builds” für Ubuntu bereithält:

sudo add-apt-repository ppa:embrosyn/cinnamon
sudo apt update && sudo apt install cinnamon