Gimp

Icon für Gimp von Tuomas Kuosmanen, GPL

Nein, Gimp ist kein Photoshop, aber doch das amtliche Open-Source-Programm für Bild/Foto-Bearbeitung (Rastergrafik). Mit über 20 Jahren Geschichte ist das “GNU Image Manipulation Program” zudem ein Bannerträger der freien und quelloffenen Software. Das Gimp Toolkit, kurz Gtk, wurde zur Basis des Gnome-Desktops.

Was Gimp lange Zeit fehlte – und auch in der in den offiziellen Ubuntu-Paketquellen enthaltenen, seit 2012 stabilen Version 2.8 noch fehlt – ist die Unterstützung von mehr als 8 Bit Farbtiefe, was für die Bearbeitung von RAW-Fotos untauglich ist. Dies – und vieles mehr – hat sich in der Anfang Mai 2018 erschienenen Version 2.10 dank der weit fortgeschrittenen Implementierung der neuen Grafikbibiothek GEGL geändert. Damit rüstet Gimp auf 16-/32-Bit-Unterstützung pro Kanal (Ganzzahl und Gleitkomma) auf. Die auf GEGL portierten Filter bieten eine Anwendungs-Vorschau, die ohnehin schon üppige Werkzeug-Palette wurde erweitert, und Zeichner finden neue Pinsel vor. Für den Raw-Import kann Gimp Darktable oder Raw Therapee einklinken.

Es dürfte klar sein, dass man von einem Open-Source-Projekt nicht dieselbe Aktualisierungs-Geschwindigkeit wie von einem Konzern wie Adobe erwarten kann. Dennoch: Was Gimp jetzt noch fehlt, ist die nicht-destruktive Bearbeitung. Sie steht auf der Roadmap der Entwickler, ebenso wie der Umstieg auf GTK3. Dennoch ist die Benutzer-Oberfläche stark verbessert worden. Zur farblichen Gestaltung stehen drei neue Themes bereit. Eim alter Zopf wurde aber immer noch nicht abgeschnitten. Umsteiger von anderen Bildprogrammen, die Gimp das erste Mal starten, werden vermutlich davon überrascht sein, dass sich gleich drei disparate Programmfenster öffnen. Dem lässt sich unter Fenster > Einzelfenster-Modus abhelfen.

Gimp ist auch für OS-X und Windows verfügbar.

Dokumentation

Gimp bringt eine Hilfe mit, die sich auf Deutsch als deb-Paket installieren lässt.

Installation

Das alte Gimp stellen die Ubuntu-Paketquellen bereit, allerdings nur im Universe, also ohne besonderen Support:

sudo apt install gimp

Die deutschsprachige Hilfe, zusätzliche Plugins (gimp-plugin-registry), weitere Pinsel, Paletten und Gradienten (gimp-data-extras), das G’MIC-Framework für weitere Filter und Effekte sowie UFRaw, das Gimp den Umgang mit Rohdaten-Bilddateien ermöglicht, lädt die folgende Zeile:

sudo apt install gimp-help-de gimp-plugin-registry gimp-gmic gimp-data-extras gimp-ufraw

Das Kesselgulasch-PPA von Otto Meier, seit Jahren bewährt in Sachen Gimp-Update, führt bereits Gimp 2.10. Man fügt es wie folgt hinzu:

sudo add-apt-repository ppa:otto-kesselgulasch/gimp
sudo apt update
sudo apt install gimp

Während die Plugins der alten Version erst für die neue portiert werden müssen, steht G’MIC bereits in einer neuen Version im PPA.

Alternativen

Krita ist weniger Bildbearbeitung als vielmehr ausgefeiltes Malprogramm. Wer’s einfacher mag, greift zu Pinta.